Arbeitskreis Kreuzkraut e.V.

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Kreuzkraut-Umfrage der FH Bingen

Die Fachhochschule Bingen bittet Pferdehalter um Mitarbeit bei ihrem Projekt Kreuzkraut. Sie hat einen Online-Fragebogen entwickelt, der über die Adresse http://kreuzkraut.fh-bingen.de aufgerufen und direkt ausgefüllt werden kann.

Susan Oehme hofft für die Ausarbeitung ihrer Masterarbeit auf große Resonanz: "Ich möchte einen möglichst umfangreichen Überblick über die Situation und den Wissenstand in Deutschland zu dieser Problematik erhalten, um daraus Lösungsansätze für das Problem zu erarbeiten. Dazu habe ich, zusammen mit meinem Betreuer Dr. Bernd Augustin vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Rheinhessen-Nahe-Hunsrück (Rheinland-Pfalz) einen Fragebogen entwickelt."

  • Ziel des Projekts ist es, den Informationsstand und das Problembewusstsein unter den Pferdehaltern zu erfragen, um daraus Lösungsansätze zu erarbeiten, die vor allem für die vielen privaten Hobby-Pferdehalter hilfreich und praktikabel sein können.

  • Hintergrund des Projekts sind die in den letzten Jahren stetig zugenommenen Probleme mit den für Pferde hochgiftigen Kreuzkrautarten. Ansprechpartnerin bei der FH Bingen ist Susan Oehme, E-Mail s.oehme@fh-bingen.de

  • Zur Online-Umfrage jetzt hier: http://kreuzkraut.fh-bingen.de/limesurvey/index.php?sid=49244&lang=de

Deutsche Bahn AG bietet Hilfe an

Der Arbeitskreis  Kreuzkraut e.V. konnte die Deutsche Bahn AG zu Bekämpfungsmaßnahmen aufrufen. Diese kommen z.B. dort zum Tragen, wo vermehrtes Vorkommen von Kreuzkräutern anliegende Futtermittelgewinnungs- flächen durch Samendruck gefährdet.

Größere Vorkommen von Kreuzkräutern auf Gelände der Deutschen Bahn AG können Sie ab sofort dem AK KK melden. Richten Sie Ihre detaillierte Beschreibung der Strecken sowie ein oder mehrere deutliche Fotos dieser Stellen per E-Mail an Marlit Hoffmann, unsere Hessen-Sprecherin. Sie wird Ihre Meldung nach Berlin an den Umweltbeauftragten der DB weiterleiten, der uns seinen persönlichen Einsatz zugesichert hat.

  • Info: Wer Kreuzkräuter an Bahndämmen und Bahnanlagen in der Nähe seiner Ländereien vorfindet, darf diese nicht selbst herausreißen oder chem. behandeln. Denn das Betreten der Bahnanlagen - außer den dafür vorgesehenen Stelen für Publikumsverkehr- ist aus Sicherheitsgründen verboten.

Niedersachsen

Die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr eröffnet mit Anschreiben an die regionalen Geschäftsbereiche vom 18.8.2009 Möglichkeiten zur Bekämpfung von JKK auf straßenbegleitenden Grün- und Kompensationsflächen, um eine Ausbreitung einzuschränken. Unter Einhaltung verschiedener Vorab-Prüfungen kann auch dort eine rechtzeitige Schnittmaßnahme erfolgen, wo sich JKK auf benachbarte Weideflächen ausgebreitet hat oder sich auszubreiten droht. 

Details dazu lesen Sie bitte auf der Internetseite strassenbau.niedersachsen.de  hier...

Dort sind auch die Adressen der zuständigen Ansprechpartner in Niedersachsen genannt.


Deutsche Saatguthersteller bieten keine Mischungen mehr an, die Kreuzkrautsamen enthalten, aber...

von öffentlichen Stellen kommen weiterhin Kreuzkraut- samen zur Aussaat, weil im öffentlichen Straßenbegleitgrün z.T. Mulchgut vorhandener Flächen als Saatgut verwendet wird. Beinhaltet das Mulchgut Samen von Kreuzkraut ist eine Weiterverbreitung vorprogrammiert.

Die Reaktion der deutschen Saatguthersteller ist begrüßenswert. Sie haben die Gefahren erkannt und wollen vorerst die Ausbreitung von giftigen Kreuzkräutern nicht begünstigen.


Pressemitteilung der Uni Bonn vom 25.5.09 sorgt für viel Wirbel

Mai 2009: In einer Pressemitteilung der Rheinischen Friedrich- Wilhelms- Universität Bonn vom 25.5.2009 wurde von einem Todesfall eines Kindes in Baden-Württemberg berichtet. Dort hatte eine Frau während der Schwangerschaft größere Mengen eines Gesundheits- tees getrunken, der eine Pflanze mit Pyrrolizidin- alkaloiden (PA) enthielt. Dadurch wurde die Leber des Fötus so sehr geschädigt, dass das Kind kurz nach der Geburt verstarb.

Diese Zeilen bewegten die Presse plötzlich sehr. Ein erster menschlicher Todesfall ! Sofort erhält Jakobskreuzkraut (JKK) den Namen "Killer- Pflanze", die Telefone liefen heiß.

Aber es gibt nicht nur einen einzelnen Todesfall durch Pyrrolizidinalkaloide, sondern viele bereits in Europa, weltweit sogar Tausende bei Mensch und Tier (WHO). Die tödliche Wirkung nach Aufnahme von PA ist längst bestätigt: "Die auf Senecio (Kreuzkräuter) zurück zu führenden Erkrankungen zählen weltweit zu den verlustreichsten pflanzenbedingten Intoxikationen bei Mensch und Tier", so der Bundesverband beamteter Tierärzte (BbT).

Was ist also neu und plötzlich so interessant? Die Wissenschaflter der Uni Bonn gaben bekannt, dass durch die extreme Ausbreitung  von JKK u.a. Kreuzkrautarten in Deutschland eine mögliche Humangefährdung besteht. Nun gilt es zu überprüfen, in wie weit sich die mögliche Gefahr für den Verbraucher in Deutschland bestätigt. Das ist ein sehr guter Gedanke, das Kind zu retten, bevor es in den Brunnen gefallen ist. Treten erst Fälle gehäuft auf, die sich auf die mittelbare Einnahme von PA-haltigenden Lebensmitteln zurück führen lassen, ist der Jammer vorprogrammiert. Erwiesen sind bereits die krebserregende Wirkung durch PA (vorwiegend Leberkrebs), die fruchtschädigende und die erbgutverändernde Wirkung. Sind Symptome deutlich sichtbar, ist eine Heilung fast aussichtslos, das Zentrale Nervensystem (ZNS) ist geschädigt, der Tod tritt ein.

Momentan wird am Pharmazeutischen Institut der Uni Bonn also untersucht, ob toxische Stoffe von Kreuzkräutern (KK) in Deutschland ebenso wie weltweit bekannt in unsere eigene Nahrungsmittelkette gelangen können. Es gibt Hinweise, dass das Toxin in die Milch von Kühen übergehen kann, die Kreuzkraut gefressen haben. In Ägypten sind 8000 Todesfälle nach Aufnahme von PA-haltiger Ziegenmilch zu beklagen. 300  Todesfälle, vorwiegend an Kindern, wurden auf anhaftende Samen PA-haltiger Pflanzen an Getreide in Äthiopien zurück geführt. Durch Bienen kann das Toxin zudem in Honig gelangen und ist in Großbritannien bereits nachgewiesen, was dort die Meldepflicht für JKK nach sich zog. Die aktuelle Untersuchung auf Toxine in Honigen in den Niederlanden, in denen eine ähnliche Situation wie hier in Deutschland herrscht, war positiv.

 

 

Dr. Helmut Wiedenfeld, Direktor am Pharmazeutischen Institut der Uni Bonn forscht seit bereits mehr als 20 Jahren über die gefährlichen Inhaltstoffe von Kreuzkräutern und ihren Verwandten. Er arbeitet u.a. mit der WHO zusammen und konnte viele, auch menschliche Todesfälle auf die Aufnahme von PA aus Pflanzen zurück führen. Um zukünftige Gefahren abzuwenden, setzt er auf mehr sachliche Aufklärung. "Ein Grund zur Panik besteht nicht", betont Wiedenfeld, fordert aber nachhaltige Bekämpfungsmaßnahmen dort, wo Gefahren für Mensch und Tier bestehen. Bei Monokulturen (Bsp. Foto) sei der Einsatz chemischer Mittel unausweichlich. Auch sei der Einsatz rechtzeitiger Schnittmaßnahmen zur Verhinderung einer weiteren Verbreitung durch Samen notwendig. Da die Flugsamen haftende Eigenschaften besäßen, sei eine Kontaminierung von Gräsern oder auch Getreide durchaus möglich.

Jakonskreuzkraut - Monokultur, Bsp. Hessen

Auch die Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz appelliert über Presse und Website an sofortige Handlungen, sollte KK auf Futtergewinnungs- oder Weideflächen auftreten und rät zur manuellen Bekämpfung ohne Herbizide, falls möglich. Sollte sich jedoch die Bekanntheit über die Giftigkeit der Pflanzen nicht weiter durchsetzen, bestehe die Gefahr insbesondere durch Nicht-Identifizierung der Pflanze einer weiteren Ausbreitung, so dass nur noch chemische Mittel zum Einhalt der Gefahren in Frage kämen.

Auch der Arbeitskreis Kreuzkraut e.V. i.G. setzt sich für manuelle Bekämpfung statt chemischer Keule ein (s. Bekämpfung) und versucht, durch mehr flächendeckende Informationen sachdienliche Hinweise zu liefern.

Leider scheinen viele Aufklärungskampagnen an uns hängen zu bleiben. So hat das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung bereits am 5.11.2008 versprochen: "Als erste Maßnahme wird ein Merkblatt erarbeitet, das veröffentlicht und insbesondere über die kommunalen Spitzenverbände den Gemeinden zur Verfügung gestellt wird. Im weiteren Verlauf werden Kontrollmaßnahmen kommuniziert und aufeinander abgestimmt, um eine weitere Ausbreitung des Jakobskreuzkrautes zu verhindern, bzw. das Auftreten einzudämmen. Das Vorgehen erfolgt unter Berücksichtigung naturschutzrechtlicher Aspekte." Bis heute ist uns von diesen Maßnahmen leider nichts bekannt. Zur Seite Niedersächsisches MELV hier... 

Anmerkung: Das Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen (das Julius- Kühn- Institut, JKI)  hat im Oktober 2009 im Auftrag des BMELV eine Info- Broschüre über das JKK herausgebracht. Download auf der Internetseite des JKI


 


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