Arbeitskreis Kreuzkraut e.V.

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Botanischer Name: Senecio jacobaea    Familie: Korbblütler 

Iin Deutschland gibt es ca. 25 definierte Arten von Kreuzkraut. Alle sind mehr oder weniger stark giftig. JKK ist am  giftigsten und soll deshalb auf diesen Seiten näher beschrieben werden. Weitere Bezeichnungen: Jakobs-Greiskraut, Spinnenkraut, Krötenkraut, Zehrkraut 

Rosettenstadium Jacobskreuzkraut

Jungpflanze: Beachten Sie bitte die in diesem Stadium noch rundlichen und wenig gefiederten Blätter! Diese enthalten noch keine Bitterstoffe

Beschreibung
30-120 cm hohe zweijährige und ausdauernde Pflanze. Einzelne Pflanzen können durchaus Höhen von bis zu 180cm erreichen

Blütezeit: Juni – September. Zweijährig bedeutet, dass die Pflanze erst im zweiten Vegetationsjahr blüht, nicht, dass sie nur zwei Jahre alt wird
Blätter: fiederteilig, die Seitenzipfel rechtwinklig abstehend

Blüten: immer gelb, Zungen- und Röhrenblüten in 15 - 20 mm breiten Körbchen. Zerriebene Blätter riechen unangenehm

Verwandte, stark giftige Arten: Fuchskreuzkraut, Frühlings- Kreuzkraut (Bilder und Beschreibung hier...), Alpen-Kreuzkraut (Senecio alpinus), Raukenblättriges Kreuzkraut (Senecio erucifolius), Wasserkreuzkraut (Senecio aquaticus), Gemeines Kreuzkraut (S.vulgaris), welches oft mit der wilden Kamille verwechselt wird. Das Gemeine Greiskraut ist ein häufiges Ackerunkraut  ohne Zungenblüten, nur 10 - 30 cm hoch und blüht von Februar bis November. Link zu einer Abbildung: http://flora.nhm-wien.ac.at/Seiten-Arten/Senecio-vulgaris.htm 

  • Haltbarkeit der Samen: 16 - 20 Jahre, Vernichtung durch Vergärung oder Verrottung (Kompost, Mist) nicht möglich!

  • Bei Schnitt zum Vorblüte- oder Blütezeitpunkt entwickelt Kreuzkraut eine sog. Notreife: innerhalb von wenigen Stunden bis einigen Tagen kommt es zur Samenbildung

  • Jede Pflanze kann bis zu 150.000 Samen bilden, die mit dem Wind  oder durch landwirtschaftliche Maschinen, Autos etc. weit verbreitet werden. Das Absamen der Pflanze in der Nähe von Futtermittelgewinnungsflächen (Wiesen, Weiden) ist unbedingt zu verhindern!

Bild links: Jungpflanze mit typischer Wurzelstock- Bildung. Beachten Sie die rundlichen Keimblätter! erste Keimblätter der Minipflanzen sind 1 - 2 cm klein und zeigen noch keine Fiederung

Jacobskreuzkraut in der Blüte

Die ganze Pflanze ist stark giftig. Ihre Giftstoffe (Alkaloide) sind auch in Heu und Silage wirksam. Die Blüten weisen die höchste Konzentrationen an Alkaloiden auf; junge Pflanzen sind am giftigsten.

Auf der Weide wird älteres Jakobskreuzkraut normalerweise gemieden, jedoch wenn das Vorkommen hoch und / oder die Pflanze im Rosettenstadium ist, wird sie insbesondere von jungen Tieren oder bei wenig Grasbestand (Futterknappheit) häufig aufgenommen. Mehrere Todesfälle beim Pferd bestätigen die Aufnahme von Frischpflanzen.

In Heu und Silage werden die Pflanzen immer (!) gefressen, da sie ihren typischen Eigengeruch und ihre Bitterkeit verlieren. Ausgerissene oder abgemähte Pflanzen nicht liegenlassen!

Über die Gefährlichkeit der Jungpflanzen

Vorsicht bei Jungpflanzen im Rosettenstadium und bei starkem Auftreten. Die jungen Triebe enthalten für 6 - 7 Wochen noch keine Bitter- und Geruchsstoffe, sind aber schon giftig und können somit vor allem von unerfahrenen Jungtieren und / oder in dichteren Beständen bzw. bei Überweidung / Futtermangel durchaus gefressen werden.

Nachwachsende Pflanzen

Auf Schnitt reagiert Jakobskreuzkraut mit stärkerem Austreiben. Zudem steigt der PA-Gehalt innerhalb kürzester Zeit um das Hundertfache. Es ist also der falsche Weg, durch Mähen während des Weidegangs diese Pflanzen eindämmen zu wollen, denn der Neuaustrieb wird gefördert und die Vergiftungsgefahr steigt. Pflanzen ausstechen!  Nicht blühende, nicht samentragende Pflanzen können auf dem Misthaufen entsorgt werden. Nach Erkenntnisse der Landwirtschaftskammer Niedersachsen sollte aber kein Wurzelwerk auf dem Kompost entsorgt werden. Gefahr der Neuwurzelung! Mehr darüber auf der Seite "Entsorgung"

Abgefressene Jungpflanze

In der Folge treibt sie vegetativ stärker aus: Blätter länglich und stärker gefiedert. Erste rötliche Verfärbungen zeugen vom fortgeschrittenen Alter der Pflanze


 

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