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Die stark zunehmende Verbreitung von Kreuzkräutern in den letzten Jahren erfolgte grundsätzlich durch Unkenntnis über ihre toxische Wirkungsweise, fehlende, anfangs teils fehlerhafte Informationen oder nicht ernst genommene Warnungen, die zudem größtenteils nur online gestellt und somit nicht flächendeckend verteilt wurden.

In kaum einem Fachbuch für Pferde wurde Jacobskreuzkraut als Giftpflanze erwähnt, infolgedessen fand auf Pferdeweiden eine besonders starke Vermehrung statt. Presse, Rundfunk und Fernsehen haben mittlerweile reagiert und Beiträge zur Problematik veröffentlicht.

Auch auf stillgelegten landwirtschaftlichen Flächen fand Jakobskreuzkraut beste Bedingungen. Hier ist allerdings aufgrund der EU-Reform ein Rückgang zu erwarten, denn diese Flächen dürfen wieder bewirtschaftet werden.

Für Straßenbegleitgrün wurde zum Teil Saatgut mit geringen Kreuzkrautanteilen (bis zu 4%) verwendet. Durch eingeschränkte Pflegemaßnahmen konnten sich hier insbesondere Jakobskreuzkraut sowie das Schmalblättrige Kreuzkraut (ein Neophyt / Einwanderer) stark vermehren. Auf vielen Industriebrachen und unbebauten Gewerbeflächen sind Monokulturen entstanden.

Soll einer weiteren Gefährdung sinnvoll entgegen gewirkt werden, gilt unser Appell an alle Verantwortlichen, eine Samenbildung und -verteilung auf angrenzende, noch oder wieder kreuzkrautfreie Futtermittelgewinnungs-Flächen zu verhindern. Viele Tierhalter sind besorgt und kämpfen den Kampf gegen Windmühlen, wenn sie ihre eigenen Wiesen kreuzkrautfrei halten, aber ein Befall von Nachbarschaftsflächen und Straßenbegleitgrün durch Samenflug vorprogrammiert ist.


Für die Verbreitung mit Jacobskreuzkraut sind grundsätzlich extensiv bewirtschaftete Flächen gefährdet:

  • Stillgelegte Flächen
  • Straßen- und Wegränder
  • Industriebrachen, unbewirtschaftete Gewerbeflächen
  • Weiden und Wiesen mit lückenhafter Grasnarbe
  • Weiden und Wiesen in der Nähe von Bracheflächen
  • Trittgeschädigte Weiden, überweidete Flächen
  • Ungedüngte, ungepflegte Weiden und Wiesen
  • Einseitige Nutzung der Weiden insbesondere durch Pferde (verbissene Grasnarbe)
  • Ganzjahresweiden

Weniger gefährdet:

  • Weiden und Wiesen in der Umgebung mit Feld- und Ackerwirtschaft
  • gedüngte und / oder gegen breitblättrige Unkräuter chemisch behandelte Flächen
  • mehrfach im Jahr geschnittene Flächen bei entsprechendem Weidemanagement

Von dieser Grünbrache geht durch Samenflug eine starke Gefährdung für angrenzende Pferdewiese aus (Anklicken für vergrößerte Abb.)

Gewerbegebiet (Anklicken für vergrößerte Abb.)

 

Jacobskreuzkraut auf Bracheflächen

Die Haupt-Konkurrenzpflanze gegen Jacobskreuzkraut ist Gras, dessen Wachstum auf landwirtschaftlichen Bracheflächen nicht gefördert werden durfte. Herbizide und Düngemaßnahmen waren über Jahre ausgeschlossen mit dem eigentlich sinnvollen Ziel, Wildkräutern eine Grundlage zu schaffen und die Insektenvielfalt zu fördern.

Grünbrache konnte in der Zeit vom 1. April bis zum 15. Juli wegen der Brut- und Setzzeit zum Schutz der Tiere nicht geschnitten / gemulcht werden, so dass Jacobskreuzkraut zum Aufwuchs, zur Blüte und zum aussamen kam. 

Durfte ab dem 15. Juli die Brache gemulcht werden, oftmals passierte das aber sehr, sehr viel später im Jahr, wurden die Samen vom Jacobskreuzkraut durch Festhängen am Mulchmäher erst recht und sehr großflächig verteilt.

Bei Schnitt von noch in Blüte stehenden Pflanzen ist eine weitere Aussamung wahrscheinlich: das Kraut bildet innerhalb kürzester Zeit eine sog. Notreife.

Warnung: mit den Geräten nicht gleich auf die nächste Wiese fahren -hohe Gefahr der Samenverbreitung! Eine Verbreitung kann auch schnell erfolgen durch am Hof auf gewachsenem Boden abgestellte Mulch- und Mähwerke. Auf den Geräten liegen gebliebene Rückstände entfernen, zusammenfegen und fachgerecht entsorgen

Notreife

Das JKK auf dieser Fläche wurde im Blütestand gemäht. Am Tage danach sind die ersten Samenbildungen sichtbar

Vergrößerte Abbildung hier...

 

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