Allgemeine Vergiftungsbeschreibung
Durch Pyrrolizidin-Alkaloide starke
Leberschädigungen. Das Krankheitsbild der Kreuzkrautvergiftung (Seneciose) ist die auf Leberdegeneration beruhende,
mit Bewusstseinsstörungen einhergehende Störung der Gehirntätigkeit und ist in älteren
Fachbüchern als "Schweinsberger Krankheit" (Rubarth 1966) oder „Leberkoller" beschrieben.
Bei akuten Vergiftungen tritt der Tod
von Weidetieren innerhalb
weniger Tage ein, bei chronischer Vergiftung oft erst nach Wochen oder
Monaten. Die akute Vergiftung ist möglich, wenn größere Mengen
innerhalb kurzer Zeit aufgenommen werden. Über einen längeren Zeitraum
zugeführte geringe Mengen führen zur chronischen Langzeitintoxikation
z.B. über die Winterfütterung mit Heu oder Silage oder Aufnahme von
frischem Kreuzkraut, hier insbesondere Jungpflanzen, die noch keine
bitteren (Warn-)Stoffe haben. Details über den Ablauf der Toxifizierung
finden Sie auf der Seite Toxizität
Besonders empfindlich sind Schweine
und Pferde gefolgt von
Rindern. Schafe, Ziegen und andere pflanzenfressende Heim-, Haus-
und Wildtiere sind meist weniger empfindlich, aber
grundsätzlich ebenfalls gefährdet. Meerschweinchen erkranken nicht an
Seneciose. Sowohl bei akuter als auch bei chronischer Vergiftung ist die Prognose
auf Heilung schlecht bis aussichtslos. Wichtig: je eher Sie die
Symptome erkennen, umso größer sind eventuelle Heilungsmöglichkeiten!
Achten Sie unbedingt auch auf Wesensänderungen Ihrer Tiere
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Das Ausmaß des Leberzelluntergangs bestimmt die Schwere der Erscheinungen einer
Gehirnreizung und -depression (zentrale Nervenschädigung), die anfänglich auftretende
Magen- Darmbeschwerden / Darmlähmung in mehr oder weniger hohem Maß begleitet bzw. dominiert: Bewusstseinstrübung, hängende Köpfe, Mattigkeit, Gehstörungen.
Ausgedehntes Leberversagen führt zu völliger Teilnahmslosigkeit und Hinfälligkeit, Aufstützen des Kopfes und Anlehnen an
Futterkrippe oder Stallwand, Schwanken und Taumeln, unnormaler Gliedmaßenstellung bzw. unkoordinierten bzw.
Zwangsbewegungen (Verwechslung mit Dummkoller). Die stark depressive Phase kann durch anfallsweise Übererregbarkeit, Krämpfe, Aufregung bis hin zur Tobsucht
unterbrochen werden und endet im Koma.
Je nach aufgenommener Menge tritt der Tod bei akuten Weidevergiftungen
innerhalb weniger Tage ein, bei protrahierten Vergiftungserscheinungen oft
erst nach Wochen oder Monaten. Charakteristisch, aber klinisch nicht immer
vorhanden ist Gelbsucht und immer stark erhöhte Leberenzym-Blutwerte
[Gesamtbilirubin, GOT (ASAT), .-GT /akut bzw. GLDH / chronisch]
Wenn über einen längeren Zeitraum hinweg (durch Heu,
Silage oder frische Pflanzen) kleinere Mengen
aufgenommen werden, entwickelt sich ein chronisches Vergiftungsbild,
dessen Symptome insbesondere anfangs relativ unspezifisch sind:
Appetitlosigkeit / Abmagerung, wechselnde Verdauungsstörungen, Unruhe, Gehstörungen
(z.B. Zehenschleifen, Taumeln), Abgeschlagenheit, Haarausfall, hängende Köpfe.
Symptome bei Pferden sind z.B. nachlassende Kondition, reduzierte
Futteraufnahme bzw. Gewichtsverlust wegen Futterverweigerung, Kolik oder
kolikartige Beschwerden, Verstopfung oder
blutiger Durchfall. Relativ charakteristisch sind häufiges, ausgiebiges Gähnen, zielloses
Wandern („walking disease") oft im Kreis, im verein mit Lecksucht, Photosensibilität,
Gelbfärbung der Lidbindehäute. Einzelne Symptome können fehlen.
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Symptome bei Rindern sind z. B. reduzierte Milchleistung, Verweigerung von Futter, rapider
Gewichtsverlust, struppiges Fell, Photosensibilität, abnorm gefüllter Pansen wegen fehlender
Pansenmotorik, wässeriger oder blutiger Durchfall, schmerzhafter Kot-
und Harndrang mit Mastdarmvorfall, Lethargie oder plötzliche Aufregungszustände.
Die Tiere verenden manchmal erst nach mehreren Monaten,
angekündigt durch Krämpfe,
Verwerfen, dunklen Harn Blindheit, Kopfpressen, hepatisches Koma.
Aufgrund der klinischen Erscheinungen kann die Ursache nur sehr schwer festgestellt werden, ggf.
Mageninhalt sicher stellen. Die an sich typische Gelbfärbung der Lidbindehäute kann fehlen, der
Tierarzt kann u. U. ein vergrößertes Leberperkussionsfeld ausmachen oder rektal Milzschwellung
erfühlen oder eine Leberbiopsie zur histologischen Abklärung durchführen. Relativ typisch ist die labordiagnostisch
und pathologisch-anatomisch nachweisbare Leberschädigung, die aber auch
nicht das Kreuzkrautgift identifizieren kann (SDH, GLDH, direktes Bilirubin).
Nach Dr. med. vet. Marianne Furler,
Giftpflanzen Datenbank für die Veterinärmedizin Schweiz 1999 www.vetpharm.unizh.ch
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Symptome bei Pferden
Symptome bei Pferden, die auch nur in Ansätzen oder einzeln
auftreten können sind z. B.
- nachlassende Kondition
- Depression, Teilnahmslosigkeit, im Endstadium Tobsucht
- Wesensänderungen im allgemeinen
- Kolik, kolikartige Beschwerden, Verstopfung oder blutiger Durchfall
- Gewichtsverlust
- Lecksucht
- häufiges Gähnen
- Schwellungen, Rötungen an Abzeichen (Gesicht, Fesseln)
- toxische Hufrehe
- Photosensibilität, Sonnenbrand
- Haarausfall bis hin zu großflächigen Hautablösungen
- zielloses Wandern (walking desease)
- unkoordinierte Bewegungen
- Gelbfärbung der Lidbindehäute
- Blindheit
- hepatitisches Koma
- Tod
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Symptome bei Rindern
Symptome bei Rindern sind z.B.
- reduzierte Milchleistung
- Verweigerung von Futter
- rapider Gewichtsverlust
- struppiges Fell
- Photosensibilität
- abnorm gefüllter Pansen wegen fehlender Pansenmotorik
- wässeriger oder blutiger Durchfall
- schmerzhafter Kot-
und Harndrang mit Mastdarmvorfall
- Lethargie oder plötzliche Aufregungszustände
- Tod
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